Entwicklerstudio

Core Design

Core Design verband britische 16-Bit-Action mit frühen 3D-Abenteuern und schuf mit Rick Dangerous, Chuck Rock und Tomb Raider langlebige Klassiker.

Geschichte und Hintergrund

Core Design entstand 1988 in Derby und war eines der prägenden britischen Studios der Heimcomputer- und frühen Konsolenzeit. Gegründet von ehemaligen Gremlin-Mitarbeitern, entwickelte das Team zunächst Spiele für Amiga, Atari ST und andere 16-Bit-Systeme. Core Design fiel schnell durch eine Mischung aus direkter Action, markanten Figuren und einer ausgeprägten Vorliebe für filmische Abenteuer auf.

Das Studio wuchs parallel zum europäischen Markt. Während viele frühe Titel noch klar aus der Heimcomputertradition stammten, bereitete sich Core Design früh auf den Übergang zu CD-Konsolen und dreidimensionalen Welten vor. Die Übernahme durch Eidos Mitte der 1990er Jahre gab dem Team Zugang zu größeren Budgets und internationalem Vertrieb. Gleichzeitig stieg damit der Druck, aus einzelnen Erfolgen dauerhafte Serien zu machen.

Spiele, Reihen und Handschrift

Rick Dangerous war ein früher Publikumsliebling: Der Titel griff Abenteuerfilme auf, verlangte aber genaue Sprünge, gute Reaktionen und das Lernen gefährlicher Level. Chuck Rock setzte auf Humor und eine ungewöhnliche Steinzeitfigur. Beide Spiele zeigen Core Designs Fähigkeit, einfache Prämissen mit klaren, einprägsamen Animationen zu verbinden.

Der entscheidende Welterfolg kam 1996 mit Tomb Raider. Lara Croft bewegte sich in einer dreidimensionalen Welt aus Ruinen, Höhlen und Rätseln; die Mischung aus Erkundung, Plattformpassagen und Action definierte für viele Spieler das Abenteuer auf PlayStation und Saturn. Tomb Raider war nicht nur ein großer Verkaufserfolg, sondern machte eine Spielfigur zum kulturellen Symbol. Core Design arbeitete außerdem an Fighting Force, Herdy Gerdy und Legacy of Kain: Soul Reaver, wobei besonders Soul Reaver durch seine Atmosphäre und die Verbindung aus Erkundung und Verwandlungsmechanik auffiel.

Bedeutung für die Videospielgeschichte

Core Design steht für den Übergang von der britischen 16-Bit-Szene zur globalen 3D-Konsolenindustrie. Tomb Raider zeigt beispielhaft, wie ein Studio seine Erfahrung mit Räumen, Sprüngen und Abenteuerthemen in ein neues technisches Zeitalter übertragen konnte.

Nach schwierigen späteren Jahren wurde Core Design 2010 geschlossen. Sein Einfluss bleibt dennoch deutlich sichtbar: Rick Dangerous und Chuck Rock gehören zur Heimcomputererinnerung, Tomb Raider zu den großen Formaten der PlayStation-Ära. Core Design bewies, dass britische Studios sowohl kultige Kleinformate als auch internationale Großproduktionen hervorbringen konnten.

Quellen

  1. Core Design – Wikipedia (English)

Datenbank-Verknüpfung

Zugehörige Spiele

3 Einträge