Die DS-Familie wird persönlicher
Der Nintendo DSi erschien am 1. November 2008 in Japan und am 3. April 2009 in Europa. Er setzte die erfolgreiche DS-Familie fort, verschob ihren Schwerpunkt aber merklich. Neben dem Spielen von Modulen sollten Fotos, Tonaufnahmen, kleine Programme und herunterladbare Spiele stärker zum Alltag des Geräts gehören. Zwei Kameras, ein SD-Kartensteckplatz und ein überarbeitetes Systemmenü machten diesen Ansatz sichtbar. Der DSi war damit mehr als eine neue Farbe des DS Lite, zugleich aber noch kein Nintendo 3DS. Sein Spielefundament blieb eng mit dem Nintendo DS verbunden.
Die hier beschriebene Konsole ist der kleinere ursprüngliche DSi. Der später veröffentlichte DSi XL beziehungsweise japanische DSi LL vergrößerte Gehäuse und Bildschirme deutlich und wird deshalb als andere Modellvariante behandelt. Diese Trennung ist gerade bei Bildern und Anleitungen wichtig: Beide Geräte sehen sich ähnlich, unterscheiden sich aber in Abmessungen und Handhabung. Die Grundidee mit zwei Bildschirmen und einem Scharnier blieb erhalten. Die persönliche Nutzung entstand vor allem durch zusätzliche Funktionen, durch lokal gespeicherte Inhalte und durch einen individuell bestückbaren Menübildschirm.
Zwei Bildschirme, neue Kameras
Die beiden LCDs des kleinen DSi messen jeweils 3,25 Zoll und zeigen jeweils 256 mal 192 Bildpunkte. Gegenüber dem DS Lite wuchs die Fläche, ohne dass sich die grundlegende Auflösung änderte. Das obere Display zeigt normalerweise das Hauptgeschehen, während das untere zusätzlich auf Berührungen reagiert. Spiele dürfen diese Rollen allerdings unterschiedlich verteilen. Ein Stift gehört deshalb genauso zum Bedienkonzept wie Steuerkreuz, Aktionstasten und Schultertasten. Eine größere Bildfläche ist hier nicht mit einer neuen Grafikgeneration gleichzusetzen, sondern verändert vor allem Lesbarkeit und Darstellung derselben DS-Software.
Eine Kamera sitzt innen und richtet sich auf den Benutzer, die zweite außen. Nintendo verknüpfte sie mit einer leicht zugänglichen Fotoanwendung, in der Bilder verändert und spielerisch bearbeitet werden konnten. Nach heutigen Kameramaßstäben fällt die Auflösung gering aus; historisch ging es jedoch nicht um einen Ersatz für eine hochwertige Fotokamera. Die Kamera sollte eine zusätzliche Art der Interaktion schaffen. Zusammen mit Mikrofon und Tonanwendung machte sie die Konsole zu einem kleinen kreativen Gerät, das auch ohne eingelegte Spielkarte beschäftigt werden konnte.
Der entfernte GBA-Schacht
Eine der wichtigsten Änderungen befindet sich an der Unterseite: Der DSi besitzt keinen Steckplatz für Game-Boy-Advance-Module mehr. Dadurch entfällt die direkte GBA-Abwärtskompatibilität der ursprünglichen DS-Modelle und des DS Lite. Auch Zubehör, das diesen zweiten Schacht voraussetzt, kann nicht angeschlossen werden. Das betrifft beispielsweise bestimmte Spezialcontroller oder Erweiterungen einzelner DS-Spiele. Die Aussage, der DSi spiele einfach alles aus der DS-Zeit, wäre deshalb zu weit gefasst. Bei einem gewöhnlichen DS-Spiel auf Karte ist die Ausgangslage eine andere als bei einem Zubehörpaket mit zusätzlicher Hardware.
Für Besitzer einer gemischten Nintendo-Sammlung hat diese Entscheidung praktische Folgen. Ein DSi kann eine große Zahl von DS-Titeln übernehmen, ersetzt aber kein Gerät, das gleichzeitig für GBA-Module genutzt werden soll. Der freigewordene Platz diente einem neu zugeschnittenen Hardwarekonzept. Nintendo priorisierte Kameras, Speicherfunktionen und ein schlankes Gehäuse gegenüber dem älteren Modulformat. Diese Abwägung erklärt den DSi besser als die bloße Feststellung, er sei neuer als der DS Lite. Neuer bedeutete hier zusätzliche Möglichkeiten auf der einen und eine konkrete verlorene Funktion auf der anderen Seite.
DSiWare und das neue Menü
Mit DSiWare erhielt die Familie ein eigenes Angebot herunterladbarer Programme und Spiele. Diese wurden im Systemmenü als einzelne Einträge sichtbar und konnten ohne Wechsel einer Spielkarte gestartet werden. Kleine Puzzleideen, Anwendungen und kompakte Experimente passten zu diesem Vertriebsweg. Historisch war das ein wichtiger Schritt hin zu dem später selbstverständlichen Gedanken, dass eine Handheldkonsole neben Handelsmodulen auch eine digitale Bibliothek besitzt. Für Entwickler konnten Umfang und Präsentation anders ausfallen als bei einer Veröffentlichung, die eine Schachtel und ein physisches Modul rechtfertigen musste.
Dabei darf die SD-Karte nicht mit einem universellen Spielmodul verwechselt werden. Sie dient je nach Funktion zum Ablegen und Übertragen bestimmter Daten; DSiWare wurde im vorgesehenen Systemablauf aus dem internen Speicher gestartet. Ein beliebiges Kopieren von Dateien zwischen Geräten ersetzt keine gültige Softwarezuordnung. Der frühere DSi Shop ist heute kein regulär offener Einkaufskanal mehr. Deshalb müssen erhaltene Installationen und Spielkarten getrennt von historischen Verkaufsversprechen betrachtet werden. Die Beschreibung eines damaligen Angebots ist kein Versprechen, dass sich ein gebrauchtes Gerät heute noch auf dieselbe Weise neu bestücken lässt.
Spiele zwischen vertrauter Bibliothek und Erweiterung
Der große DS-Katalog bleibt die wichtigste spielerische Grundlage. New Super Mario Bros., Mario Kart DS, Animal Crossing: Wild World oder zahlreiche Professor-Layton-Abenteuer zeigen, wie unterschiedlich die beiden Bildschirme eingesetzt wurden. Manche Spiele nutzen den Touchscreen intensiv, andere behandeln ihn vorwiegend als Karte oder Informationsfläche. Für das Verständnis des DSi ist deshalb nicht nur die Frage entscheidend, ob ein Titel technisch startet. Auch die bevorzugte Spielweise zählt: Wer viel mit dem Stift arbeitet, nimmt die Bildschirmgröße und den Zustand der Touchoberfläche besonders deutlich wahr.
Einige Veröffentlichungen boten zusätzliche DSi-Funktionen, während andere ausschließlich für DSi vorgesehen waren. Diese Gruppen sollten nicht mit gewöhnlicher DS-Software gleichgesetzt werden. Bei DSi-spezifischen Inhalten spielen außerdem regionale Beschränkungen eine Rolle. Eine importierte Sammlung verlangt daher einen Blick auf die genaue Verpackung und den unterstützten Gerätetyp. Der DSi ist trotz zusätzlicher Rechenleistung nicht in der Lage, Nintendo-3DS-Spielkarten auszuführen. Der spätere 3DS ist die eigentliche nächste Plattform, auch wenn er seinerseits einen großen Teil der älteren DS-Bibliothek weiterverwenden konnte.
Erhaltene Geräte sinnvoll beurteilen
Das Scharnier verdient bei einer Zustandsprüfung besondere Aufmerksamkeit. Es sollte das geöffnete Oberteil sicher halten, ohne dass Risse oder ungewöhnliches Spiel sichtbar werden. Ebenso wichtig sind beide Displays, die Schultertasten und die Touchkalibrierung. Die Kameras lassen sich in der eingebauten Anwendung prüfen, das Mikrofon über die Tonfunktionen. Diese Tests zeigen mehr als ein kurzer Startbildschirm. Ein Gerät kann äußerlich sauber erscheinen und trotzdem einzelne Eingaben nur unzuverlässig erkennen. Für längere Spielrunden ist außerdem der tatsächliche Zustand des Akkus wichtiger als die ursprünglich beworbene Laufzeit.
In einer historischen Sammlung steht der DSi für den Übergang von der reinen Modulkonsole zu einer persönlicher eingerichteten kleinen Plattform. Fotos, Tonexperimente und DSiWare ergänzten die vertrauten Spiele, während der GBA-Schacht bewusst entfiel. Diese Mischung macht seinen Charakter aus. Er ist weder bloß ein DS Lite mit Kameras noch ein verkleinerter Vorläufer mit sämtlichen Fähigkeiten des 3DS. Wer seine Stärken und Grenzen getrennt betrachtet, versteht, warum dieses Modell innerhalb der langlebigen DS-Familie einen eigenständigen Platz einnimmt.
Häufige Fragen zu Nintendo DSi
1. Kann der Nintendo DSi Game-Boy-Advance-Module lesen?
Nein. Der DSi besitzt keinen GBA-Modulschacht. Auch Zubehör, das diesen Schacht benötigt, ist nicht verwendbar.
2. Worin unterscheidet sich der DSi vom DSi XL?
Der ursprüngliche DSi hat kleinere Bildschirme und ein kompakteres Gehäuse. Die XL-Ausführung vergrößert vor allem die Darstellung und die Bauform.
3. Laufen Nintendo-3DS-Spiele auf dem DSi?
Nein. Der DSi gehört zur DS-Familie und kann keine 3DS-Spielkarten ausführen.
4. Ist die SD-Karte ein Ersatz für eine DS-Spielkarte?
Nein. Sie ist für unterstützte Speicher- und Übertragungsfunktionen gedacht und macht beliebige kopierte Spiele nicht ausführbar.
5. Ist die hier angebotene Anleitung deutsch?
Die verifizierte lokale PDF enthält den englischen Abschnitt der nordamerikanischen Nintendo-Originalanleitung für den kleinen DSi. Sprache und Ausgabe werden ausdrücklich angegeben.
Originaldokumente
Bedienungsanleitung Nintendo DSi
Hier kannst du die Bedienungsanleitung für Nintendo DSi als PDF öffnen und speichern. Beachte die folgenden Hinweise zur Modellvariante und zur regionalen Ausführung.
Bedienungsanleitung Nintendo DSi als PDF öffnen
Die PDF-Datei ist direkt bei Classic Gamez gespeichert.
Englische Nintendo-Originalanleitung für den kleinen Nintendo DSi, nordamerikanische Ausgabe. 55 PDF-Seiten mit den englischen Doppelseiten; nicht für DSi XL. Historische Online-Dienste sind teilweise eingestellt.
Anschlüsse und Netzteilangaben immer mit der Modellnummer des eigenen Geräts abgleichen.
Zeitdokument
Deutsche TV-Werbung
Nintendo DSi Sound – TV-Spot mit Christian Ulmen und Moritz Bleibtreu
Historischen Werbespot ansehen
Erst nach dem Anklicken wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.
Deutschsprachiger historischer Nintendo-DSi-Werbespot zur Sound-Funktion aus der Kampagne von 2009. Archivupload von moorhuhn12345; damalige Produkt- und Serviceaussagen gelten für den Veröffentlichungszeitraum.
