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Konsolendatenbank

Nichibutsu My Vision

Nichibutsu My Vision mit passendem Controller auf einem dunklen Holztisch vor dezent beleuchtetem Hintergrund
KI-gestaltete Darstellung der Originalbauform mit integrierter Steuerung in einer einheitlichen Tischszene; keine historische Produktaufnahme.

Eine Konsole für Brett- und Denkspiele

Die Nichibutsu My Vision erschien 1983 in Japan und verfolgt einen ungewöhnlich klaren Schwerpunkt. Statt möglichst viele Actiongenres abzudecken, konzentriert sich ihre ursprüngliche Software auf Brett-, Karten- und Denkspiele. Der Hersteller Nichibutsu ist auch unter seinem Unternehmensnamen Nihon Bussan bekannt; Kanto Denshi spielte beim Vertrieb eine Rolle. Das System gehört damit in die vielfältige japanische Konsolenlandschaft desselben Jahres, in dem Famicom und SG-1000 auf den Markt kamen. Sein Konzept richtet sich jedoch an andere Spielgewohnheiten als eine typische Sammlung schneller Arcade-Umsetzungen.

Schon die Eingabe zeigt diese Ausrichtung. Ein kleiner Joystick oder ein Paar frei beweglicher Gamepads fehlt. Stattdessen besitzt das Grundgerät eine große flache Tastaturfläche mit nummerierten und mit Buchstaben gekennzeichneten Feldern. Entscheidungen werden über diese Eingaben übermittelt. Das passt zu Spielen, bei denen ein Zug ausgewählt, ein Stein bestimmt oder eine Kartenaktion bestätigt werden muss. Die My Vision sollte deshalb nicht allein daran gemessen werden, wie gut ihre Steuerung zu einem Jump-and-Run passen würde, das gar nicht den Mittelpunkt ihres Angebots bildet.

Blaues Gehäuse und gelbe Eingabefläche

Das flache blaue Grundgerät mit der gelben Membrantastatur besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Oberhalb der Eingabefläche liegt der Modulschacht. Die Spieler sitzen nah genug an der Konsole, um die Felder direkt zu bedienen, während das Bild auf einem angeschlossenen Fernseher erscheint. Das System ist somit keine tragbare elektronische Schachmaschine mit eingebautem Bildschirm. Es nutzt den Fernseher als gemeinsame große Anzeige und verbindet ihn mit einer spezialisierten Eingabeeinheit. Diese Aufteilung bestimmt sowohl den Aufstellort als auch die Haltung während einer Partie.

Die nummerierten Tasten und die Buchstabenfelder erfüllen je nach Programm unterschiedliche Aufgaben. Ihre Beschriftung sollte daher nicht mit einer universellen vollständigen Computertastatur verwechselt werden. Das Gerät ist auf die vorgesehenen Spielregeln ausgelegt. Bei einer Dokumentation des Zustands ist die flache Eingabefläche besonders wichtig: Gut lesbare Aufdrucke helfen wenig, wenn einzelne Felder nicht zuverlässig reagieren. Umgekehrt kann eine leicht abgenutzte Oberfläche noch funktional sein. Äußere Erhaltung und tatsächliche Eingabefunktion sollten deshalb getrennt beschrieben werden.

Sechs Spiele mit deutlichem Schwerpunkt

Die ursprüngliche Bibliothek umfasst sechs Titel: Gomoku Narabe Renju, Hanafuda, Mahjong, Mastermind, Reversi und Tsumeshogi. Diese Auswahl zeigt den Charakter der Plattform sehr klar. Mehrere Spiele bauen auf in Japan verbreiteten Traditionen auf, andere wie Reversi oder Mastermind sind auch international leicht wiederzuerkennen. Anders als bei einer Actionkonsole entscheidet hier nicht in erster Linie die Geschwindigkeit einer Figur. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf Spielstände, Regeln, mögliche Züge und die Folgen einer Entscheidung. Das prägt auch die Anforderungen an die Darstellung.

Tsumeshogi bezieht sich auf Aufgaben aus dem Shogi, bei denen eine bestimmte Stellung gelöst werden soll. Es ist daher sinnvoll, es nicht pauschal als völlig gleichartige Alternative zu jedem vollständigen Schachprogramm zu beschreiben. Auch die anderen Titel besitzen ihre jeweiligen Regeln und Bedienabläufe. Wer die My Vision vorführt, sollte diese Unterschiede erklären, statt alle sechs Module nur unter dem Sammelbegriff Brettspiel zusammenzufassen. Die Gemeinsamkeit liegt im Schwerpunkt auf überlegten Eingaben; die konkreten Ziele und die Art des Denkens unterscheiden sich erheblich.

Technik im Dienst der Spielregeln

Die My Vision verwendet eine frühe Acht-Bit-Hardware und farbige Fernsehausgabe. Für ihre Software ist vor allem eine verständliche Darstellung von Feldern, Steinen, Karten und Statusinformationen wichtig. Ein System mit diesem Schwerpunkt benötigt andere gestalterische Lösungen als eine Konsole, die möglichst viele schnell bewegte Objekte zeigen soll. Das bedeutet nicht, dass seine Technik automatisch besonders einfach wäre. Es bedeutet vielmehr, dass die vorhandenen Möglichkeiten nach anderen Prioritäten eingesetzt werden. Lesbarkeit und eindeutige Rückmeldung stehen im Mittelpunkt des Bedienablaufs.

Ein eigener Lautsprecher ergänzt die Bildausgabe. Damit kommt der Klang aus dem Grundgerät, während die eigentliche Spielfläche auf dem Fernseher erscheint. Diese Trennung ist bei einem historischen Aufbau sichtbar und hörbar, in einer reinen Bildschirmaufnahme dagegen kaum erkennbar. Ebenso kann eine moderne Nachbildung mit Maus oder Tastatur die ursprüngliche Membraneingabe nur annähern. Für das Verständnis der Plattform sind deshalb Fotos der Hardware und die Dokumentation des tatsächlichen Bedienwegs ebenso wichtig wie die digital dargestellten Spiele selbst.

Verbindung zwischen zwei Geräten

Eine weitere Besonderheit ist die vorgesehene Verbindung zweier My-Vision-Geräte für entsprechende Mehrspielernutzung. Das ist ein anderes Konzept als das Anschließen eines zweiten gewöhnlichen Handcontrollers an dieselbe Konsole. Wer diese Funktion beschreiben möchte, muss daher die benötigten Geräte und das passende Verbindungskabel berücksichtigen. Ein einzelnes Grundgerät mit einem Modul belegt nicht automatisch, dass sämtliche beworbenen Möglichkeiten bereits vollständig nutzbar sind. Die konkrete Ausstattung entscheidet, welche Spielweise tatsächlich demonstriert werden kann.

Gerade für Brett- und Kartenspiele ist die Idee getrennter Eingabegeräte nachvollziehbar. Sie erlaubt eine andere Verteilung der Spielerrollen als zwei Personen, die auf dieselbe kleine Tastenfläche greifen. Daraus sollte jedoch keine pauschale Aussage über jeden einzelnen Spielmodus abgeleitet werden. Die jeweiligen Module legen Regeln und Voraussetzungen fest. In einer Sammlung ist es deshalb hilfreich, die Verbindungsfähigkeit als Eigenschaft der Plattform zu dokumentieren und zusätzlich festzuhalten, welche konkrete Kombination aus Software und Hardware tatsächlich geprüft wurde.

Ein eigenständiger Versuch im Konsolenmarkt

Die Bezeichnung My Vision kann durch den häufig verwendeten Namensbestandteil Vision zu Verwechslungen führen. Sie ist weder eine Ausführung der Epoch Cassette Vision noch eine Variante der Bandai Super Vision 8000. Module und Zubehör müssen ausdrücklich zur Nichibutsu-Plattform gehören. Auch der blaue Kasten sollte nicht als Heimcomputer eingeordnet werden, nur weil er eine größere Tastenfläche besitzt. Seine ursprüngliche Rolle ist die einer spezialisierten Spielkonsole mit austauschbarer Software. Das bewusste Festhalten dieser Grenzen macht ihre Eigenart deutlicher.

Für einen heutigen Originalbetrieb sind die japanische Fernsehanbindung, eine eindeutig passende Stromversorgung und die Funktion der Membrantasten entscheidend. Eine vollständige Originalanleitung als passendes PDF konnte für diesen Eintrag bisher nicht zugeordnet werden. Diese Lücke bleibt im Anleitungsbereich ausdrücklich sichtbar. Trotzdem lässt sich die historische Idee gut nachvollziehen: Die My Vision zeigt, dass frühe Konsolen nicht zwangsläufig als universelle Actionmaschinen gedacht waren. Nichibutsu versuchte, elektronische Unterhaltung über vertraute Regeln, überlegte Spielzüge und eine darauf zugeschnittene Eingabe zugänglich zu machen.

Häufige Fragen zu Nichibutsu My Vision

1. Wann erschien die My Vision?

Die Nichibutsu My Vision kam 1983 in Japan auf den Markt.

2. Welche Spiele gibt es für das System?

Die ursprüngliche Auswahl umfasst Gomoku Narabe Renju, Hanafuda, Mahjong, Mastermind, Reversi und Tsumeshogi.

3. Hat die Konsole einen Joystick?

Die reguläre Eingabe erfolgt über die integrierte Membrantastatur mit Zahlen- und Buchstabenfeldern.

4. Wie ist die besondere Mehrspielerfunktion aufgebaut?

Die Plattform sieht für entsprechende Nutzung eine Verbindung zweier My-Vision-Geräte vor. Das ist kein gewöhnlicher zweiter Handcontroller am selben Grundgerät.

5. Kann ich eine Bedienungsanleitung herunterladen?

Ein eindeutig passendes vollständiges Originalhandbuch steht für diesen Eintrag derzeit noch nicht als PDF bereit.

Originaldokumente

Bedienungsanleitung Nichibutsu My Vision

Eine passende Bedienungsanleitung für Nichibutsu My Vision ist derzeit noch nicht als PDF verfügbar.

Eine eindeutig passende Originalanleitung konnte bisher nicht zugeordnet werden.

Anschlüsse und Netzteilangaben immer mit der Modellnummer des eigenen Geräts abgleichen.

Quellen und weiterführende Informationen