Asterix and the Power of the Gods für Sega Mega Drive erschien 1995 und verbindet Plattformaction mit einer vernetzten Abenteuerreise. Diesmal genügt es nicht, immer nur nach rechts zu laufen: Hinweise, Gegenstände und neu zugängliche Wege führen Asterix und Obelix durch die Welt ihrer Comics. Core Design setzt damit einen anderen Schwerpunkt als im früheren The Great Rescue.
Handlung: der Schild des Vercingetorix
Die Römer haben den legendären Schild des Vercingetorix an sich gebracht. Die Gallier wollen ihn zurückholen. Die Grundidee greift den Comic Asterix und der Arvernerschild auf, erweitert die Suche aber zu einer Reise durch unterschiedliche Länder und Schauplätze. Gespräche und Aufgaben verknüpfen die Stationen. Das gallische Dorf ist dabei ein Ausgangspunkt zum Orientieren, nicht bloß eine Kulisse für den ersten Sprung.
Spielprinzip: erkunden, kombinieren und zurückkehren
Eine Weltkarte verbindet die seitlich dargestellten Spielgebiete. Viele Ziele sind an Voraussetzungen gebunden: Ein passendes Objekt oder eine erledigte Aufgabe öffnet den nächsten Weg. Bekannte Orte erneut zu besuchen, ist daher Teil des Entwurfs und kein bloßes Zurücklaufen. Beide Gallier gehören zum Abenteuer, dennoch ist das Spiel für eine Person ausgelegt. Fausthiebe und präzise Sprünge bleiben wichtig, werden aber durch Rätsel, Gespräche und Transportmittel ergänzt. Wer nur möglichst schnell zum rechten Bildschirmrand rennt, übersieht leicht den eigentlichen Fortschritt.
Leveldesign: vernetzte Reise statt fester Bossleiter
Die Verpackung bewirbt mehr als 20 Level. Das ist nicht mit 20 linear aufeinanderfolgenden Bossstufen gleichzusetzen: Die Weltkarte enthält zusammenhängende Orte, Teilbereiche und Rückwege. Die folgende Übersicht gruppiert die wichtigsten Stationen nach ihrer Funktion und verrät auch das Ziel der Reise.
- Gallisches Dorf und Wald: Gespräche geben erste Ziele vor. Im Wald werden Wege und Mechanismen wichtig; spätere Fähigkeiten schaffen Gründe für eine Rückkehr.
- Römische Lager: Aquarium, Totorum, Laudanum und Compendium verknüpfen Kämpfe mit Aufgaben rund um Ausrüstung und Verkleidung. Nicht jedes Lager endet mit einem eigenen Boss.
- Küsten, Schiff und Britannien: Reisen und die Befreiung einer Figur verbinden Land- und Schiffspassagen. Auf dem Piratenschiff stehen Gegnerwellen und ein bewegter Untergrund im Mittelpunkt.
- Germanien und orientalischer Palast: Waldpfade und mehrstöckige Innenräume setzen unterschiedliche Anforderungen an Sprünge und Orientierung.
- Ägypten und die Sphinx: Ruinen, Schalter und labyrinthartige Wege verlangen mehr als Kampfstärke. Der Fortschritt hängt auch vom Verständnis der Umgebung ab.
- Mesopotamien und Lutetia: Wasser, Plattformen und die Jahrmarktskulisse von Lutetia verändern den Bewegungsrhythmus. Eine einzige Standardtaktik reicht nicht für alle Teilbereiche.
- Fliegender Teppich und Straße nach Rom: Transportabschnitte bringen Gefahren aus der Luft beziehungsweise auf der Straße. Hier zählt kontrollierte Bewegung unter wechselnden Bedingungen.
- Rom – der Schild als Ziel: Die Suche führt in die römischen Bäder und zur Truhe mit dem Schild. Das Finale ist kein klassischer Endbosskampf gegen Caesar; entscheidend ist der Abschluss der Suchaufgabe.
Comicnähe, Technik und Musik
Das Team orientierte sich intensiv an den Alben. Designer Simon Phipps beschrieb später, wie er zahlreiche Comics nach brauchbaren Figuren, Objekten und Aufgaben durchsuchte. Diese Arbeitsweise erklärt, warum das Abenteuer über eine beliebige Römer-Prügelei hinausgeht. Große Figuren und aufwendige Animationen prägen die Optik; besondere Bewegungen von Fahrzeugen und Schiffen bringen zusätzliche Abwechslung. Nathan McCrees Musik unterstützt die wechselnden Orte. Der spielerische Preis dieser Vielfalt ist eine weniger unmittelbar verständliche Route: Atmosphäre ersetzt nicht immer einen eindeutigen Hinweis darauf, was als Nächstes gebraucht wird.
Tipps für die Schildsuche
Lies die Dialoge sorgfältig und notiere offene Aufgaben mit dem zugehörigen Ort. Wenn ein Gebiet scheinbar nicht weiterführt, prüfe andere Kartenstationen und bereits erhaltene Gegenstände. Erkunde nach einem neuen Hilfsmittel auch frühere Abschnitte erneut. Suche zunächst einen sicheren Standpunkt, bevor du bewegliche Plattformen oder Fahrzeuge nutzt. Eine Lösung für The Great Rescue hilft hier nur wenig, denn beide Spiele haben trotz gleicher Hauptfiguren einen grundsätzlich anderen Aufbau.
Fazit
The Power of the Gods richtet sich an Spieler, die Asterix nicht nur durch Hindernisse steuern, sondern seine Welt erkunden möchten. Die Verbindung aus Karte, Comicbezügen und Plattformaction macht den Titel innerhalb der Mega-Drive-Bibliothek eigenständig. Unklare Aufgaben können den Spielfluss bremsen; wer geduldig Hinweise zusammensetzt, bekommt dafür eine abwechslungsreiche Reise statt einer vorhersehbaren Folge von Bossarenen.
Fassungsvergleich
Asterix and the Power of the Gods: Port- & Fassungs-Kompass
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Original, Umsetzungen und Sammlungsfassungen auf einen Blick.
1995
Europäische PAL-Fassung
- Mega-Drive-Exklusivtitel
- mehrsprachige Texte
1995
Französische Verpackung
- Lokalisierter Titel
- dieselbe Spielgrundlage
PAL
Australische Variante
- Regionale Verpackungsvariante
- keine eigene Konsolenumsetzung
Asterix and the Power of the Gods Gameplay Video
Häufige Fragen
Wie viele Level hat The Power of the Gods?
Die Originalverpackung nennt mehr als 20 Level. Diese sind Teil einer vernetzten Welt mit Teilgebieten und Rückwegen, keine reine lineare Bossfolge.
Gibt es einen Koop-Modus?
Nein. Trotz Asterix und Obelix ist das Mega-Drive-Spiel für einen Spieler ausgelegt.
Wer ist der Endgegner?
Das Spiel endet mit der erfolgreichen Schildsuche in Rom und nicht mit einem klassischen abschließenden Bosskampf.
Auf welchen Systemen erschien das Spiel?
Asterix and the Power of the Gods erschien für Sega Mega Drive. Die ähnlich benannten Asterix-Spiele anderer Systeme sind nicht automatisch Fassungen dieses Titels.
Regionale Veröffentlichungen
Europa – Sega Mega Drive (1995)
SEGA veröffentlichte die PAL-Fassung mit mehrsprachigen Bildschirmtexten. Der europäische Produktcode lautet MK-1095-50.
Frankreich – Astérix et le Pouvoir des Dieux
Die französische Verpackungsvariante trägt einen lokalisierten Titel. Sie gehört zur europäischen Veröffentlichung und ist kein eigenständiger Nachfolger.
Australien und nicht erschienene Regionen
Australische PAL-Verpackungsvarianten sind dokumentiert. Eine reguläre nordamerikanische Genesis- oder japanische Mega-Drive-Ausgabe ist nicht belegt..