Geschichte und Hintergrund
DMA Design wurde 1987 in Dundee gegründet und gehört zu den Studios, die den Ruf Schottlands als Standort der Spieleentwicklung mitbegründeten. Das Team um David Jones startete in der Heimcomputerära, als kleine Gruppen mit überschaubaren Mitteln noch sehr unterschiedliche Ideen umsetzen konnten. Frühwerke wie Menace und Blood Money zeigten bereits ein Gespür für Tempo, technische Sauberkeit und actionreiche Präsentation.
Die Stärke von DMA lag jedoch nicht darin, ein einziges Genre zu bedienen. Das Studio konnte einen schrulligen Puzzlehit ebenso glaubwürdig entwickeln wie ein düsteres Actionspiel oder eine offene Kriminalitäts-Simulation. Dieser Wandel war kein Zufall: DMA verband die pragmatische Erfahrung der britischen Heimcomputerszene mit einer Bereitschaft, Konzepte radikal neu zu denken. Daraus entstanden Spiele, die in sehr verschiedenen Jahrzehnten jeweils ihre eigene Zeit prägten.
Spiele, Reihen und Handschrift
Lemmings von 1991 wurde zum großen Durchbruch. Die kleinen Figuren liefen unaufhaltsam durch farbige Levels, während Spielerinnen und Spieler ihnen Berufe wie Gräber, Brückenbauer oder Blockierer zuweisen mussten. Das einfache Grundprinzip war sofort verständlich, doch die Rätsel wurden schnell komplex. Lemmings funktionierte auf Amiga, PC und Konsolen gleichermaßen und machte DMA weltweit bekannt.
1997 folgte Grand Theft Auto. Aus der Vogelperspektive ließ das Spiel die Spielwelt ungewöhnlich frei wirken: Autos konnten gestohlen, Aufträge auf verschiedenen Wegen gelöst und Städte erkundet werden. Die spätere Entwicklung der Marke bei Rockstar baute auf diesem Prinzip auf und verwandelte es in eines der größten Serienformate der Branche. Auch Hired Guns, Space Station Silicon Valley und Body Harvest zeigen, dass DMA immer wieder Systeme suchte, die über den offensichtlichen Levelablauf hinausgingen.
Bedeutung für die Videospielgeschichte
DMA Design schuf mit Lemmings und Grand Theft Auto zwei Meilensteine, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Der eine steht für kreatives Rätseldesign und kollektive Spielfreude, der andere für offene Welten und spielerische Freiheit. Beide beweisen, wie weit ein gutes Kernkonzept tragen kann.
Nach der Übernahme durch Rockstar Games wurde DMA Design zu Rockstar North. Damit ging der ursprüngliche Name zwar verloren, seine Ideen blieben aber zentral für die moderne Spielegeschichte. Für die Retro-Kultur ist DMA vor allem ein Beleg dafür, dass große Innovation oft aus kleinen, mutigen Teams kommt.