After Burner II bringt die Wucht von SEGAs Jet-Arcade auf das Mega Drive: Im Cockpit eines F-14-Tomcat-ähnlichen Abfangjägers jagt man im Sekundentakt Gegnerformationen, weicht Raketen aus und entscheidet zwischen Bordkanone und zielsuchenden Flugkörpern. Die Kamera bleibt fest hinter dem Jet – das Spiel ist kein freier Flugsimulator, sondern ein kompromissloser Rail Shooter, dessen Reiz aus Tempo, Zielerfassung und knappen Ausweichmanövern entsteht.
Arcade-Tempo auf dem Mega Drive
Das Arcade-Original entstand bei SEGA AM2 unter der Leitung von Yu Suzuki. Für die Mega-Drive-Fassung arrangierte Dempa den technisch anspruchsvollen Automatenklassiker für das 16-Bit-Modul. Der Eindruck bleibt bewusst direkt: Gegner füllen die Sicht, Warnsignale künden vom nächsten Raketenangriff und nach jedem Treffer wird die eigene Position zur Frage von Bruchteilen einer Sekunde.
Vulcan, Raketen und Nachbrenner
Die Bordkanone räumt nahe Ziele ab und funktioniert ohne Lock-on; die begrenzten Raketen sind für erfasste Gegnerformationen gedacht. Wichtig ist daher nicht bloß Schießen, sondern das Timing der Zielerfassung. Der Nachbrenner hilft beim Abfangen und Ausweichen, kann aber die Geschwindigkeit so weit steigern, dass ein Kurswechsel erst recht riskant wird. Landungen und Betankungssequenzen strukturieren die Missionen und geben kurze Atempause.
Leveldesign, Ziele & Finale
Umfang: Die Kampagne besteht aus 18 Luftkampf-Stages. Statt einzelner Schauplätze im erzählerischen Sinn bietet jede Stage eine neue Angriffswelle aus Jägern, Bombern, Raketen und Hindernissen; der Weg verzweigt sich an einigen Zwischenlandungen.
- Frühe Stages: weitläufiger Himmel, einfache Zielketten und der Einstieg in Lock-on sowie Ausweichmanöver.
- Mittlere Stages: dichtere Formationen, mehr Raketenalarme und stärkere Wechsel zwischen Kanone und Flugkörpern.
- Späte Stages: hohe Gegnerdichte und kleine Reaktionsfenster; sichere Landungen werden zur wichtigen Zwischenetappe.
- Abschluss: Es gibt keinen klassischen Endgegner mit Lebensleiste. Wer Stage 18 übersteht, kehrt zum Flugzeugträger SEGA Enterprise zurück – die komplette 18-Stage-Mission ist das Ziel.
Die Mega-Drive-Fassung einordnen
Der Arcade-Automat erschien 1987; die Mega-Drive-Umsetzung folgte 1990 in Japan, danach in Nordamerika und 1991 in PAL-Gebieten. Sie komprimiert die imposante Automateninszenierung auf Modulformat, bewahrt aber den Kern: ein schnelles, fest choreografiertes Luftkampfspiel. After Burner II erschien im Lauf der Jahre auch auf zahlreichen Heimcomputern und Konsolen, die Mega-Drive-Version bleibt jedoch eine der typischen frühen 16-Bit-Arcade-Konversionen.
Lohnt sich After Burner II heute noch?
Ja, wenn man ein kurzes, konzentriertes Arcade-Spiel sucht. Die Mechanik ist sofort verständlich, der Schwierigkeitsgrad aber unerbittlich. Wer Highscorejagden, reagierende Synth-Musik und die ikonische Cockpit-Perspektive mag, bekommt ein Stück SEGA-Arcade-DNA ohne Umwege.
Fassungsvergleich
After Burner II: Port- & Fassungs-Kompass
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Original, Umsetzungen und Sammlungsfassungen auf einen Blick.
1987
Arcade
- SEGA X Board
- Arcade-Original
1990
SEGA Mega Drive (Japan)
- Dempa
- Modul
- 1 Spieler
1990
SEGA Genesis (Nordamerika)
- SEGA
- Heimkonsolenfassung
1991
SEGA Mega Drive (PAL)
- PAL-Fassung
- Modul
2022
SEGA Mega Drive Mini 2
- lizenzierte Neuauflage
After Burner II Gameplay Video
Häufige Fragen zu After Burner II auf dem Mega Drive
Wie viele Stages hat After Burner II?
Die Mission umfasst 18 Luftkampf-Stages. Das Ende erreicht man, wenn der Jet nach Stage 18 zum Flugzeugträger zurückkehrt.
Ist After Burner II ein Flugsimulator?
Nein. Das Spiel ist ein Rail Shooter mit fest choreografierten Flugrouten. Entscheidend sind Zielerfassung, Ausweichen und das Management der Raketen.
Gibt es einen klassischen Endgegner?
Nein. Die Schlussprüfung ist das Überstehen der letzten Angriffswellen und die Rückkehr zum Träger, nicht ein separater Bosskampf.
Welche Fassung ist auf dieser Seite gemeint?
Der Eintrag behandelt die Mega-Drive-/Genesis-Version von 1990/1991; das Spiel begann 1987 als SEGA-Arcade-Automat.