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Konsolendatenbank

Nintendo DS

Nintendo DS mit integrierter Steuerung auf einem dunklen Holztisch vor dezent beleuchtetem Hintergrund
KI-gestaltete Darstellung der Originalbauform mit integrierter Steuerung in einer einheitlichen Tischszene; keine historische Produktaufnahme.

Zwei Bildschirme als neue Spielidee

Der Nintendo DS erschien 2004 zunächst in Nordamerika und Japan; Europa folgte 2005. Das ursprüngliche silberne Gerät mit der Modellkennung NTR-001 unterscheidet sich deutlich vom späteren DS Lite. Sein breiteres, kantigeres Gehäuse klappt auf und gibt zwei übereinander angeordnete Bildschirme frei. Nintendo setzte damit auf eine andere Vorstellung vom tragbaren Spielen als die reine Steigerung von Grafikleistung. Ein zweiter Bildschirm und direkte Berührungseingabe sollten neue Möglichkeiten schaffen, die sich nicht einfach durch zusätzliche Tasten nachbilden ließen.

Der Name Dual Screen beschreibt die offensichtlichste Besonderheit, aber die eigentliche Veränderung liegt im Zusammenspiel der beiden Anzeigen. Ein Spiel kann oben die Umgebung und unten eine Karte zeigen, Menüs vom Hauptgeschehen trennen oder beide Bildschirme als zusammenhängenden Raum verwenden. Diese Aufteilung beeinflusste die Gestaltung vieler Veröffentlichungen. Der DS wurde dadurch zu einer Plattform, deren Spiele häufig eng an die Hardware gebunden sind. Ein einzelner moderner Bildschirm bildet das ursprüngliche Erlebnis deshalb nicht immer ohne Anpassungen nach.

Touchscreen, Mikrofon und klassische Tasten

Beide Bildschirme des ursprünglichen DS zeigen jeweils 256 mal 192 Bildpunkte. Der untere ist ein resistiver Touchscreen, der auf Druck reagiert und mit dem mitgelieferten Stift bedient werden kann. Zeichnen, Antippen und Ziehen wurden damit Teil der Spielsteuerung. Die obere Anzeige besitzt diese Berührungsfunktion nicht. Gerade bei einer ersten Begegnung mit dem Gerät ist die Unterscheidung wichtig: Zwei sichtbare Bildschirme bedeuten nicht zwei gleich ausgestattete Eingabeflächen.

Zusätzlich bleiben ein Steuerkreuz, vier Aktionstasten, zwei Schultertasten sowie Start und Select erhalten. Das Mikrofon erweitert die möglichen Eingaben, beispielsweise durch Geräusche oder gesprochene Befehle in geeigneten Spielen. Entwickler konnten diese Elemente frei kombinieren. Manche Titel setzen fast vollständig auf den Stift, andere verwenden überwiegend klassische Tasten. Der DS ist deshalb weder ein reines Touchgerät noch lediglich ein Game Boy mit Zusatzbildschirm. Seine besondere Stärke liegt in der Wahl zwischen mehreren unterschiedlichen Bedienweisen.

Zwei Modulschächte mit unterschiedlichen Aufgaben

Der originale DS besitzt einen Schacht für DS-Spielkarten und einen weiteren für Game-Boy-Advance-Module. Diese Abwärtskompatibilität erleichterte den Übergang für Besitzer einer GBA-Sammlung. GBA-Spiele laufen auf einem der beiden Bildschirme; der zweite wird dadurch nicht nachträglich zum Teil des älteren Spiels. Klassische Game-Boy- und Game-Boy-Color-Module werden vom DS dagegen nicht unterstützt. Die Kompatibilitätskette reicht also nicht automatisch über den GBA bis zum ersten Game Boy zurück.

Auch beim Mehrspielerbetrieb gibt es eine wichtige Grenze. Der DS besitzt nicht den ursprünglichen GBA-Linkkabelanschluss. Ein GBA-Spiel kann deshalb zwar im Einzelspielermodus laufen, seine kabelgebundenen Verbindungsfunktionen lassen sich aber nicht einfach über die Funktechnik des DS ersetzen. Manche DS-Spiele oder Zubehörteile nutzen den zweiten Schacht zusätzlich für besondere Funktionen. Diese Möglichkeiten erklären, warum der Wegfall des GBA-Schachts beim späteren DSi mehr bedeutet als nur eine andere Gehäuseöffnung. Für bestimmte Softwarekombinationen ist die Modellwahl entscheidend.

Technik im Dienst der Spielgestaltung

Im Inneren kombiniert der DS ARM9- und ARM7-Prozessoren sowie Grafikfunktionen für zweidimensionale und dreidimensionale Darstellung. Der Hauptspeicher umfasst 4 MB. Diese Werte wirken aus heutiger Sicht klein, doch die feste Hardware und die niedrige Bildschirmauflösung ermöglichten erstaunlich vielseitige Spiele. Entwickler mussten besonders darauf achten, wie viele Informationen gleichzeitig sichtbar waren. Gut lesbare Symbole, klare Figuren und eine sinnvolle Aufteilung zwischen den Bildschirmen konnten wichtiger sein als möglichst viele grafische Details.

Super Mario 64 DS machte früh sichtbar, dass dreidimensionale Spielwelten auf dem Gerät möglich waren. Gleichzeitig zeigte die Steuerung mit dem Steuerkreuz, dass eine Umsetzung nicht identisch mit dem ursprünglichen Analogstick-Erlebnis ist. Andere Spiele arbeiteten bewusst mit zweidimensionalen Figuren oder kombinierten Perspektiven. Der DS sollte deshalb nicht nur als tragbare Entsprechung einer älteren Heimkonsole beschrieben werden. Seine Technik wurde vor allem dann interessant, wenn die Software die eigenen Eingaben und die doppelte Anzeige sinnvoll verwendete.

Eine Bibliothek für unterschiedliche Zielgruppen

Nintendogs machte die Pflege virtueller Hunde mit Stift und Mikrofon zugänglich. Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging präsentierte kurze Aufgaben in einer Form, die auch Menschen ohne traditionelle Spielerfahrung ansprach. Diese Veröffentlichungen erweiterten das Bild eines Handhelds deutlich. Gleichzeitig blieben klassische Nintendo-Reihen wichtig: Mario Kart DS, New Super Mario Bros. und die Pokémon-Editionen der DS-Ära prägten die Sammlung ebenso. Der Erfolg der Plattform lässt sich deshalb nicht auf eine einzige Zielgruppe oder Spielrichtung reduzieren.

Professor Layton verband Rätsel mit einer fortlaufenden Geschichte, während Ace Attorney das Lesen von Aussagen und das Aufdecken von Widersprüchen ins Zentrum stellte. Rhythmusspiele, Rollenspiele, Strategiespiele und ungewöhnliche Experimente ergänzten das Angebot. Viele Titel ließen sich in kurzen Abschnitten spielen, andere boten lange Kampagnen. Das aufklappbare Gehäuse und die Möglichkeit, eine Sitzung zu unterbrechen, passten zu dieser Vielfalt. Der DS war sowohl Begleiter für kurze Wege als auch Plattform für umfangreiche Abenteuer.

Drahtloses Zusammenspielen und Modellfamilie

Für geeignete Spiele bot der DS lokale Funkverbindungen. Download-Spiel ermöglichte bei ausgewählten Titeln, Mitspieler zeitweise mit Daten von einer einzigen Spielkarte zu versorgen. Das gilt allerdings nicht für jedes Spiel und nicht immer für sämtliche Modi. Andere Mehrspielerangebote verlangen eine eigene Karte pro Teilnehmer. Die frühere Nintendo Wi-Fi Connection ist vom lokalen Funkspiel zu unterscheiden. Eine abgeschaltete Internetfunktion bedeutet nicht automatisch, dass eine lokale Verbindung zwischen zwei passenden Geräten ebenfalls verschwunden ist.

Der DS Lite übernahm das grundlegende Spielkonzept in einem schlankeren Gehäuse mit veränderten Bildschirmeigenschaften. DSi und DSi XL ergänzten weitere Funktionen, verzichteten aber auf den GBA-Schacht. Der spätere Nintendo 3DS ist wiederum eine neue Plattform mit eigener Softwarebibliothek und zusätzlichen Fähigkeiten. Das ursprüngliche NTR-001-Modell steht am Anfang dieser Entwicklung. Es zeigt besonders anschaulich, wie ein ungewöhnliches Bedienkonzept die Gestaltung von Spielen verändern kann, ohne allein auf die höchste technische Leistung im damaligen Handheldmarkt zu setzen.

Häufige Fragen zu Nintendo DS

1. Wann erschien der Nintendo DS in Europa?

Der europäische Marktstart erfolgte 2005, nach den ersten Veröffentlichungen 2004 in Nordamerika und Japan.

2. Sind beide DS-Bildschirme berührungsempfindlich?

Nein. Nur der untere Bildschirm ist ein Touchscreen. Der obere dient der Anzeige.

3. Spielt der originale DS Game-Boy-Advance-Module ab?

Ja. Er besitzt einen eigenen GBA-Schacht. Klassische Game-Boy- und Game-Boy-Color-Module unterstützt er jedoch nicht.

4. Funktioniert GBA-Linkkabel-Mehrspielerbetrieb am DS?

Nein. Der ursprüngliche GBA-Linkanschluss fehlt. Die DS-Funkverbindung ersetzt diese GBA-Funktion nicht.

5. Reicht eine Spielkarte für mehrere DS-Geräte?

Bei Spielen mit passendem Download-Spiel-Modus kann das möglich sein. Andere Spiele oder Modi benötigen eine eigene Karte pro Teilnehmer.

Originaldokumente

Bedienungsanleitung Nintendo DS

Hier kannst du die Bedienungsanleitung für Nintendo DS als PDF öffnen und speichern. Beachte die folgenden Hinweise zur Modellvariante und zur regionalen Ausführung.

Bedienungsanleitung Nintendo DS als PDF öffnen

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Anschlüsse und Netzteilangaben immer mit der Modellnummer des eigenen Geräts abgleichen.

Zeitdokument

Deutsche TV-Werbung

Nintendo DS – deutsche Ankündigungswerbung, als 2005 archiviert

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Archivupload von ZED - POINT. Der Uploadtitel kennzeichnet die Aufnahme als deutsche DS-Ankündigungswerbung von 2005. Die Datierung stammt aus dem Archiv.

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Quellen und weiterführende Informationen