Blades of Vengeance verbindet auf dem Sega Mega Drive klassische 2D-Plattform-Action mit kooperativem Kampf und leichten Rollenspielelementen. Barbar, Huntress und Wizard ziehen mit völlig unterschiedlichen Stärken durch acht große Level, sammeln Silber, kaufen Ausrüstung und stellen sich am Ende jedes Abschnittskomplexes einem Boss. Beam Software schafft damit ein langsameres, methodischeres Gegenstück zu reinen Arcade-Prüglern.
Darum geht es
Der finstere Mannax bedroht das Land, während der Master seine Macht verloren hat. Drei Kämpfer folgen seinem Ruf: ein kräftiger Barbar, eine bewegliche Huntress mit Reichweitenvorteil und ein Wizard, dessen Magie besondere Situationen kontrolliert. Ihr Weg führt durch Vulkane, Höhlen, Burgen, Kerker und Wälder bis zu Mannax’ Versteck.
Spielmechanik und Charaktere
Die Wahl der Figur verändert Reichweite, Tempo und Schadensprofil. Silbermünzen finanzieren Tränke, Magie und Ausrüstung; Gegenstände werden im Pausenmenü verwaltet. Jeder Level besteht aus drei Teilen, wobei Erkundung, Fallen und Kämpfe zunehmend ineinandergreifen. Im Zwei-Spieler-Modus ergänzen sich die Figuren, müssen aber Heilung und Raumaufteilung abstimmen.
Technik, Grafik und Sound
Große Figuren, detaillierte Fantasy-Kulissen und klar erkennbare Fallen sorgen für eine schwere, erdige Atmosphäre. Die Animation ist bewusst gewichtiger als in schnellen Jump ’n’ Runs. Marshall Parker und Ian Eccles Smith komponierten den Soundtrack, der tiefe FM-Klänge und sparsame Melodien für Höhlen, Festungen und Bossräume nutzt.
Historische Einordnung
Blades of Vengeance erschien ausschließlich für Mega Drive/Genesis und blieb ohne direkte Fortsetzung. Bemerkenswert sind die konsequente Drei-Akt-Struktur jedes Levels, die freie Heldenwahl und das kaufbare Inventar. Dadurch steht es zwischen Action-Plattformer, Hack-and-Slay und leichtem Konsolen-Rollenspiel.
Level und Endgegner
- 1. Volcano: Lava, einstürzende Wege und feuerspeiende Gegner führen zum Fireball King, der mit Sprüngen und Feuerprojektilen kontrolliert werden muss.
- 2. Cave: Enge Höhlen, fallende Gefahren und Fledermäuse reduzieren den Bewegungsraum. Ein feindlicher Wizard bildet den Abschluss.
- 3. Castle: Zinnen, Innenräume und mechanische Fallen steigern die Plattformpräzision. Der Medusa Head greift aus der Luft an und zwingt zu gut getimten Treffern.
- 4. Dungeon: Kerkerpassagen verbinden Schlüsselwege, Gruben und zähe Echsen. Der Super Lizard ist der physisch dominante Endgegner.
- 5. Second Castle: Eine härtere Burgvariation kombiniert bekannte Fallen mit dichterer Gegnerplatzierung; ein verstärkter Medusa Head kehrt als Boss zurück.
- 6. Golden Castle: Goldene Hallen und vertikale Plattformfolgen führen zum Super Vulture, dessen Flugbahnen den gesamten Bossraum nutzen.
- 7. Forest: Dunkle Waldabschnitte, Pflanzen und versteckte Gefahren verlangen vorsichtiges Vorrücken. Der Stone Head schließt den Level mit harten Projektilmustern ab.
- 8. Mannax’s Lair: Die letzte Festung bündelt die schwierigsten Fallen und Zwischengegner. Mannax erscheint im Finale als zweiköpfiger Drache.
Fassungsvergleich
Blades of Vengeance: Port- & Fassungs-Kompass
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Original, Umsetzungen und Sammlungsfassungen auf einen Blick.
1993
Sega Mega Drive / Genesis
- Original- und einzige reguläre Fassung
- von Beam Software entwickelt und durch Electronic Arts veröffentlicht
Regionale Module
Europa / Nordamerika
- Inhaltlich gleiches Spiel
- unterschiedliche Verpackungs- und Modulgestaltung sowie PAL-/NTSC-Timing
Keine zeitgenössischen Ports
Andere Systeme
- Für SNES, Amiga oder PC erschien keine offizielle Umsetzung
Blades of Vengeance Gameplay Video
Häufige Fragen zu Blades of Vengeance
Wie viele Level hat Blades of Vengeance?
Das Spiel besitzt acht Level. Jeder ist in drei Abschnitte gegliedert; im dritten wartet der jeweilige Boss.
Welche Figuren sind spielbar?
Zur Wahl stehen Barbar, Huntress und Wizard. Sie unterscheiden sich deutlich in Kraft, Beweglichkeit, Reichweite und Magienutzung.
Kann man Blades of Vengeance zu zweit spielen?
Ja. Zwei Spieler können gleichzeitig lokal kooperieren und unterschiedliche Helden kombinieren.
Auf welchen Systemen erschien das Spiel?
Die reguläre Veröffentlichung erschien ausschließlich für Sega Mega Drive beziehungsweise Sega Genesis. Offizielle zeitgenössische Ports sind nicht bekannt.
Regionale Veröffentlichungen
Europa
1993 als PAL-Mega-Drive-Modul von Electronic Arts veröffentlicht. Die Verpackung nutzt das markante EA-eigene Mega-Drive-Design.
Nordamerika
Am 17. Dezember 1993 für Sega Genesis erschienen; Cover und Modul unterscheiden sich gestalterisch von der europäischen Ausgabe.
Japan
Für Japan ist keine reguläre zeitgenössische Mega-Drive-Veröffentlichung dokumentiert. Der Titel blieb auf Europa und Nordamerika konzentriert.